Unser Schwimmunterricht bedeutet mehr, als nur schwimmen zu lernen. Die Lernenden gewinnen Sicherheit im Wasser, entwickeln ihre Fähigkeiten weiter und lernen, sich gegenseitig zu unterstützen.
Von April bis November ist Schwimmen fester Bestandteil des Sportunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6. Einmal pro Woche geht es ins Wasser. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Lernenden gerade erst mit dem Schwimmen beginnen oder bereits sicher ihre Bahnen ziehen: Alle sollen sich im eigenen Tempo weiterentwickeln können.
Alle Schülerinnen und Schüler machen ihre eigenen Fortschritte
Schwimmen ist ein wichtiger Bestandteil des Sportunterrichts und spiegelt zugleich unser ganzheitliches Bildungsverständnis wider: Wir nehmen unsere Lernenden in ihrer Individualität wahr und begleiten sie in ihrer Entwicklung, im Unterricht und darüber hinaus.
„Unser Ziel ist es nicht nur, den Kindern die richtigen Schwimmtechniken beizubringen. Viel wichtiger ist, dass sie sich im Wasser sicher fühlen, praktische Schwimmfähigkeiten entwickeln und lernen, sich im Wasser richtig zu verhalten“, erklärt Mr Adi, Sportlehrer der IGS.
Für Mr Adi beginnt guter Sportunterricht damit, die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und zu berücksichtigen. Fortschritte sehen bei alle Lernenden anders aus. Entscheidend sind nicht allein Noten oder die Frage, wie schnell eine bestimmte Fähigkeit erlernt wird. Vielmehr geht es darum, Neues auszuprobieren, dranzubleiben und sich Schritt für Schritt zu verbessern.

Um den unterschiedlichen Fähigkeiten gerecht zu werden, ist das Schwimmbecken in einen flachen und einen tiefen Bereich unterteilt. Zwei spezialisierte Schwimmtrainer arbeiten im tiefen Bereich mit den fortgeschrittenen Schwimmerinnen und Schwimmern und helfen ihnen, ihre Technik zu verbessern. Im flachen Bereich unterstützt Mr Adi die Anfängerinnen und Anfänger dabei, sich nach und nach an das Wasser zu gewöhnen und Sicherheit zu gewinnen.
Dabei gilt: Niemand muss den nächsten Schritt machen, bevor er oder sie dazu bereit ist. Während einige Lernende noch Vertrauen zum Wasser aufbauen, feilen andere bereits an ihrer Technik. So haben alle die Möglichkeit, sich entsprechend den eigenen Voraussetzungen weiterzuentwickeln.
Eigene Ziele setzen und erreichen
In der Schwimmstunde am vergangenen Freitag standen die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, die bereits Schwimmerfahrung mitbringen. Sie konnten sich eigene Herausforderungen setzen und ihre Fortschritte selbst einschätzen.
Anstatt von allen die gleiche Leistung zu verlangen, dürfen die Lernenden ihre bevorzugte Schwimmart wählen und selbst entscheiden, wie viele Bahnen sie sich zutrauen.
„So können die Kinder ihre eigenen Ziele festlegen, anstatt alle an demselben Maßstab gemessen zu werden“, erklärt Mr Adi.

Sean war sichtlich stolz, als er sein selbst gestecktes Ziel erreicht hatte. „Ich kann selbst entscheiden, wie viele Bahnen ich schwimme. Das ist ideal! Es fühlt sich toll an, mein Ziel zu erreichen. Und ich feuere meine Mitschülerinnen und Mitschüler gerne an!“
Für Mr Adi zählt im Schwimmunterricht jedoch mehr als die Anzahl der geschwommenen Bahnen. Er achtet auch darauf, ob die Schülerinnen und Schüler die Sicherheitsregeln verstehen und einhalten, ob sie ihre selbst gesteckten Ziele konsequent verfolgen und wie sie mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern umgehen.
Was im Schwimmbad gelernt wird, wirkt weiter
Zu den schönsten Momenten für Mr Adi gehört es, mitzuerleben, wie die Kinder sich im Wasser zunehmend sicher fühlen und an Selbstvertrauen gewinnen. Ebenso freut er sich, wenn sie sich gegenseitig ermutigen und am Beckenrand immer wieder aufmunternde Zurufe zu hören sind.
Respekt, Teamgeist und Durchhaltevermögen spielen in jeder Schwimmstunde eine wichtige Rolle. Die Kinder lernen, Regeln einzuhalten, auf ihre Umgebung zu achten und füreinander Verantwortung zu übernehmen. Dabei entwickeln sie nicht nur ihre Schwimmfähigkeiten weiter, sondern gewinnen auch an Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Was sie im Schwimmbad lernen, hilft ihnen auch über den Sportunterricht hinaus. Neues auszuprobieren, auch bei Schwierigkeiten dranzubleiben und mit anderen zusammenzuarbeiten. All das ist ebenso im Klassenzimmer und im Alltag wichtig. So trägt der Schwimmunterricht bei IGS dazu bei, unsere Lernenden auf ihrem Weg zu selbstbewussten, selbstständigen und verantwortungsvollen jungen Menschen zu begleiten, die offen auf die Welt und ihre Mitmenschen zugehen.